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Der Dom St. Petri et Pauli

Wie kam Bardowick zu seinem Dom? Und wieso sieht das Gotteshaus so ungewöhnlich aus mit den zwei niedrigen Türmen, die kaum über das hohe Dach des Kirchenschiffs hinaus ragen?

Seit wann St. Petri besteht, ist nicht nachweisbar, doch ist es wahrscheinlich, dass die erste Kirche schon im 8. Jahrhundert von Karl dem Großen gegründet wurde. Ob das aufstrebende Bardowick vom König als Bischofssitz vorgesehen war, oder ob dieser gar kurzfristig bestand, bevor er wegen der unsicheren Grenzlage Bardowicks nach Verden an der Aller verlegt wurde, ist in der wissenschaftlichen Literatur umstritten. Geblieben ist der Name „Dom“, der eine Bischofskirche bezeichnet.

Erstmals genannt wird St. Petri in einer Urkunde des Jahres 1146. 1162 verlieh der Verdener Bischof dem Stift die Immunität. Im Bereich des Stifts, dessen Mitglieder in klosterähnlicher Gemeinschaft zusammen lebten, galt damit eine kirchliche Rechtsprechung. Nach der Zerstörung Bardowicks durch Heinrich den Löwen 1189 erfahren wir durch verschiedene Urkunden und Briefe von den Schäden am Gotteshaus. Das heutige Kirchengebäude stammt in seinen ältesten Teilen noch aus der Zeit vor 1189. Stilistisch weisen Baustil und Bauschmuck in die Mitte des 12. Jahrhunderts. So könnte es durchaus Heinrich der Löwe gewesen sein, der den repräsentativen Westbau im romanischen Stil errichten ließ.

Die Gipsquader für den Bau stammen vom Lüneburger Kalkberg. Die mit figürlichen Motiven verzierten Türme werden ursprünglich sehr viel höher gewesen sein. Zwischen ihnen liegen das aufwändig gestaltete Eingangsportal und darüber eine großzügige Emporenhalle. Mitte des 14. Jahrhunderts scheint das Kirchenschiff in einem schlechten Zustand gewesen zu sein. Der 1347 verstorbene Domherr Dietrich von dem Berge schenkte Mittel für einen neuen Chor und seine Ausstattung, 1368 wollte das Kapitel eine Ziegelei errichten. Der Baubeginn verzögerte sich jedoch. 1371 waren Bardowick und besonders der Dombezirk Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen im Lüneburger Erbfolgekrieg. Das Kirchenschiff wurde dabei abermals beschädigt. Nun wurden durch Stiftungen, Ablässe und Aufwendungen der Stiftskanoniker die Gelder für einen Neubau des Kirchenschiffes zusammengetragen, der im Laufe des 15. Jahrhundert fertig gestellt wurde. Die Türme wurden abgetragen, statt ihrer niedrige Oktogone aus Backstein aufgesetzt. Das Eingangsportal, dem 1353 die Stephanskapelle vorgebaut worden war, ist ebenfalls verändert worden. Abschließend wurden 1488 die nunmehr niedrigen Türme mit Blei gedeckt. Im Laufe der Jahrhunderte gab es noch weitere Veränderungen am Gebäude, doch ist der Gesamteindruck des 15. Jahrhunderts erhalten geblieben.

Der älteste Bauteil ist der romanische Westbau mit seinen zwei Türmen. Das Erdgeschoss der Türme und der Eingangshalle dazwischen sind mit Kreuzgratgewölben versehen. Die Halle im Obergeschoss öffnet sich zum Kirchenschiff, allerdings ist die große Bogenöffnung heute durch die Orgel verdeckt. Bis hierhin besteht der Westbau aus Gipsgestein vom Lüneburger Kalkberg. Die achteckigen Türme darüber sind aus Backstein aufgemauert. An den Außenseiten des Nordturmes sehen wir noch die Wandgliederung durch Rundbögen, deren Konsolen ganz verschieden ausgestaltet sind.
Das ehemals außen liegende Eingangsportal verdankt seinen guten Erhaltungszustand der vorgebauten Stephanskapelle, die das weiche Gipsgestein vor Witterungseinflüssen schützt. Das Gewände des rundbogigen Portals ist zweifach gestuft. In die Ecken sind Säulen eingestellt, die sich im Bogen als Rundstäbe fortsetzen. Die scharf geschnittenen Sockelprofile und die Akanthuskapitelle weisen auf Vorbilder im rheinischen und westfälischen Raum. Die eigentliche Türöffnung wird von drei gestaffelten kleinen Bögen überspannt. Das Mauerwerk im Türbereich wirkt sehr unregelmäßig, möglicherweise ist die Türöffnung nachträglich verändert, vielleicht verkleinert worden. Das aus Backstein errichtete Kirchenschiff ist außen durch Strebepfeiler und Paare schmaler Fenster gegliedert. Am polygonalen Chor sind die Fenster breiter. Innen tragen runde Säulen mit vier Diensten die Gewölbe des in vier Joche unterteilten Mittelschiffs. Die Gewölbe der Seitenschiffe sind zum Mittelschiff hin erhöht, so dass ein einheitlicher Raumeindruck entsteht. Im Chor, noch einmal genauso lang wie das Langschiff, setzt sich die Wölbung fort. Zwischen den Fenstern gliedern Bündelpfeiler die Wand, die sich aus den Diensten der Gewölbe und der Schildbögen zusammensetzen. In Höhe der Fensterbänke enden die Dienste im Chor in figürlichen Konsolen. Der Chor, in dem sich früher die Stiftsgeistlichen versammelten, war ursprünglich durch einen Lettner vom relativ kurzen Langhaus, das für die Gemeinde bestimmt war, abgegrenzt. Heute wird der Blick in die helle Apsis, in der der Altar steht, nicht unterbrochen. Stilistisch orientiert sich die dreischiffige Hallenkirche an St. Johannis und St. Michaelis in Lüneburg. Beeindruckend ist die Innenausstattung des Domes.


Das bronzene Taufbecken, 1367 gekauft und wohl in Lüneburg gegossen, ist das älteste Ausstattungsstück. Der prächtige Marienaltar wurde um 1430 geschaffen. Die Außenseiten des Wandelaltars sind verloren. Er wird Lewin Snitker aus Lüneburg zugeschrieben und steht in der Nachfolge Meister Bertrams. Im Zentrum befindet sich die Madonna auf der Mondsichel, flankiert von zwei Reihen Apostel- und Heiligenfiguren, jede in einer reich verzierten Nische. Vollständig erhalten ist das Chorgestühl, das 1486/87 vermutlich in Lüneburg geschnitzt wurde. Mit 54 Sitzen ist es das größte in  Norddeutschland.

 

 

Die Stuhlwangen tragen innen und außen geschnitzte Heiligendarstellungen. Drei steinerne Grabplatten, an den Wänden aufgestellt, stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert, die Messingleuchter aus dem 17. Jahrhundert, Gestühl, Kanzel, Emporen und Orgelprospekt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Im Südturm hängen zwei Glocken aus der Zeit um 1150, eine weitere entstand 1250. Die beiden Glocken im Nordturm goss Meister Ulricus 1325.

 

 

 

Der Dom besaß einen durch Mauern und Schranken abgegrenzten Immunitätsbezirk mit kirchlicher Gerichtsbarkeit. Innerhalb des Bezirks lebten die Stiftskanoniker, die Domherren, in zum Teil repräsentativen Häusern. Das älteste noch bestehende Domherrenhaus stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert und beherbergt heute die Domschänke.

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